Systemgrenze und Kontextgrenze in der Anforderungsanalyse

Eine Qualitätsanforderung – die wichtigen Merkmale und Kategorisierung einer Anforderung

1. Die Quellen der Anforderungen
2. Das Erfolgsgeheimnis für eine gute Anforderung
3. Systemkontext und Kontextgrenze – Was sind die System- und Kontextgrenzen?

1. Die Quellen einer Anforderung

Gute Anforderungen beginnen mit guten Quellen. Die Suche nach diesen hochwertigen Quellen ist eine wichtige Aufgabe, die glücklicherweise wenig Ressourcen beansprucht. Es gibt drei Quellen in denen Anforderungen unterschieden werden:

- Der Stakeholder
- Dokumente
- Systeme in Betrieb

Der Stakeholder bzw. Stakeholdergruppen sind in jedem Fall eine Person bzw. Unternehmen, welcher eine direkte oder indirekte Bedeutung auf die Anforderungen besitzt.
Eine weitere wichtige Quelle für eine Anforderung sind Dokumente. Diese enthalten wichtige Informationen für eine Anforderung. Normen und Standards sowie Gesetzestexte können Beispiele für ein Dokument sein.
Systeme in Betrieb (technische Systeme, Software oder Hardware) sind ebenfalls eine Quelle für Anforderung, welche Alt- bzw. Vorgängersysteme sein können.

2. Die Erfolgstipps für eine präzise Anforderung

Beim Schreiben einer Anforderung sollte man darauf achten, dass die Arbeit für den Anwender gerichtet ist. Die Anforderung sollte klar und deutlich geschrieben werden, sodass der Anwender keine Rückfragen mehr hat. Der Verfasser der Anforderung sollte mit den Beteiligten zusammenarbeiten, um die Anforderungen zu korrigieren und zu verbessern. Die Arbeit mit Benutzern hilft dabei, Probleme zu verstehen, die sich gegen frühere Lösungen gewehrt haben. Benutzer können Feedback geben, was sie aktuell tun, was nun die Probleme sind und was sie sich wünschen, um die Arbeit zu erleichtern. Auf diese Weise können Probleme schneller identifiziert werden, sodass die wichtigen Perspektiven und damit verbundenen Anforderungen nicht verpassen. Ebenso hilft es dabei, widersprüchliche Anforderungen so früh wie möglich zu erkennen und zu lösen.

3. Der Systemkontext und die Kontextgrenze – eine Rechtfertigung für die Anforderung eines Systems

Was ist ein Systemkontext? – Eine Definitionsbeschreibung anhand eines Beispiels

Der einfachste Weg zu verstehen, was mit Systemkontext gemeint ist, ist die Betrachtung dieses folgenden Beispiels. Angenommen, die Personalabteilung will ein neues Personalmanagementsystem einführen. Im Folgenden wird jeder Aspekt einzeln zu diesem Beispiel betrachtet:

Personen - ein Beispiel für die Personen, die Teil der Definition des Systemkontextes sein können, die Personalberater oder eine andere Person in der Organisation, die mit dem Personalwesen arbeitet oder von diesem betroffen ist.

Systeme im Betrieb
- ein Beispiel dafür könnte ein bestehendes System sein, das in der Personalabteilung eingesetzt werden kann und ersetzt werden muss. Das in Betrieb befindliche System wird ein wichtiger Bestandteil der Arbeit des Requirements Engineering sein und muss daher Teil des Systemkontextes sein.

Prozesse – in diesem Beispiel sind die Geschäftsprozesse wie: Personalbeschaffung, Performance Management, Personalabrechnung und Records Management gemeint. Diese Geschäftsprozesse haben wertvolle Informationen, die dabei helfen, die Anforderungen an das Personalwesen zu definieren und sind somit Teil des Systemkontextes.

Ereignisse - technische oder physische Ereignisse können helfen, den Kontext der Anforderungssysteme besser zu verstehen. Beispiele für Ereignis kann sein, dass eine Änderung im gesamten Unternehmen zu einem Zeitpunkt während des Projekts direkte Auswirkungen auf die Anforderungen haben kann. Das Bedeutet, dass man dieses Ereignis mit in den Systemkontext mit einbeziehen sollte, damit die Anforderung dementsprechend berücksichtig wird.

Dokumente sind ein weiterer Aspekt, der Teil eines Systemkontextes sein kann.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass man alle diese Aspekte bei der Definition des Systemkontextes berücksichtigen sollten, um sicherzustellen, dass die Arbeit eines Requirements Engineer vollständig und genau sein können. Es ist wichtig, diese Aspekte bei der Definition des Systemkontextes zu berücksichtigen, um die Vollständigkeit zu gewährleisten.

Was sind die System- und Kontextgrenzen?

Bei der Systemgrenze geht es darum, eine Entscheidung darüber zu treffen, welche Aspekte das zu entwickelnde System betreffen und welche Aspekte in den Systemkontext gehören. Bei der Kontextgrenze handelt es sich darum, eine Entscheidung darüber zu treffen, ob der Aspekt, den man betrachtet, im Kontext des Systems steht oder es für das geplante System nicht relevant ist.